Kieselgur oder Perlit als Filterhilfsmittel in der Schwimmbadwasseraufbereitung?

Kieselgur oder Perlit als Filterhilfsmittel in der Schwimmbadwasseraufbereitung?

Bereits zu Beginn der Corona-Pandemie zeigte sich die Anfälligkeit der Lieferwege für Kieselgur. Lange Transportwege von der Westküste der USA nach Europa führten in den vergangenen Monaten zu erheblichen Beschaffungsproblemen sowie zu Preissteigerungen. Ein Ende dieser Entwicklungen ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten. Wir erwarten im Gegenteil eine noch deutliche Verschlechterung der Situation.

Für die Betreiber von Anschwemmfiltern in der kommunalen Schwimmbadwasseraufbereitung stellt sich für die Zukunft also die Frage nach einem wirtschaftlichen und sicher verfügbaren Produkt.

Welche Alternative gibt es zur Kieselgur?

Die DIN 19624 (Anschwemmfilter zur Wasseraufbereitung) benennt neben Kieselgur auch Perlit als möglichen Filterhilfsstoff. Perlite sind Gesteinsmehle, welche an verschiedenen Orten im Tagebau gewonnen werden. Bei der Weiterverarbeitung wird das Material auf hohe Temperaturen erhitzt. Dabei bläht es sich auf, wodurch es seine poröse Struktur erhält.

Die von uns vertriebenen Perlite sind sowohl für unsere Druckanschwemmfilter IKF als auch für unsere offenen Vakuumanschwemmfilter VKF bestens geeignet.

Gegenüberstellung von Kieselgur und Perlit

Aufgrund der deutlich geringeren Nassdichte von Perlit im Vergleich zu Kieselgur wird beim Einsatz von Perlit bei jedem Anschwemmvorgang – bezogen auf das Gewicht – deutlich weniger Material benötigt.

Auf dem Papier weisen Kieselguren zum Teil deutlich höhere Filtrationsschärfen als Perlit auf, was für die Schwimmbadwasseraufbereitung jedoch nur eine untergeordnete Rolle spielt. In der Praxis hat ein Wechsel von Kieselgur zu Perlit bei geeigneter Produktauswahl keine spürbaren negativen Auswirkungen auf die Wasserqualität.

Vergleich beider Stoffe unter dem Rasterelektronenmikroskop:

Kieselgur
Perlite

Vorteile von Perlit gegenüber Kieselgur

  • Perlitherstellung innerhalb Europas, daher deutlich kürzere Transportwege
  • kurzfristige Verfügbarkeit
  • geringere Dichte, dadurch einfacheres Handling
  • sicherer Umgang, da frei von kristallinen Kieselsäuren
  • geringere Kosten bei hoher Preisstabilität

Was ist bei der Umstellung auf Perlit zu beachten?

Die Dosiermenge sollte etwa um etwa ein Drittel reduziert werden. Ausgehend von typischen Kieselgurmengen von 800 g pro m² Filterfläche sind beim Einsatz von Perlit also nur etwa 550 g pro m² Filterfläche nötig.

Ein kleiner Anteil von Perlit-Partikeln schließt während der Herstellung Sauerstoff ein, was zu einem Aufschwimmen in Flüssigkeit führt. Dies sorgt für einen ungewohnten Anblick, beeinträchtigt die Filtrationsprozesse jedoch nicht.

Die Dosierung von Aktivkohle wird durch den Wechsel zu Perlit nicht beeinflusst.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Auswahl eines für Ihre Anlage geeigneten Produkts. Lassen Sie sich von uns beraten.